Die Kandidierenden zur Landtagswahl zeigen, welche gesundheitspolitischen Schwerpunkte sie setzen, welche Maßnahmen sie für die Region umsetzen wollen und welche Themen Ihnen im Wahlkreis besonders wichtig sind.
Welche Gesundheitsthemen sind Ihnen im Hinblick auf die nächsten fünf Jahre besonders wichtig und warum?
Unser Ziel muss eine verlässliche Gesundheitsversorgung für alle sein. Deshalb ist mir die Stärkung der haus- und kinderärztlichen Versorgung wichtig. Auch bei uns bleiben viele Arztstellen unbesetzt. Es braucht echte Anreize, damit sich im ländlichen Raum mehr Ärzt:innen niederlassen – z.B. durch gute Arbeitsbedingungen, eine Kinderlandarztquote im Medizinstudium und eine starke Infrastruktur vor Ort. Ebenso wichtig ist mir die mentale Gesundheit junger Menschen. Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter Stress und Überforderung. Prävention, mehr Schulsozialarbeit, Psycholog:innen, Beratungsstellen und geschulte Lehrkräfte sind hier entscheidend. Nur wenn wir körperliche und psychische Gesundheit gleich ernst nehmen, können junge Menschen stark in die Zukunft gehen.
Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit der Gesundheitsversorgung in Ihrem Wahlkreis und wo sehen Sie den dringlichsten Bedarf etwas zu verbessern?
Ich bin dankbar für die gute Gesundheitsversorgung und die engagierten Fachkräfte in unserem Landkreis. Doch wir stehen vor Herausforderungen: schließende Arztpraxen, Fachkräftemangel, wachsende Pflegebedürftigkeit und mangelnde Infrastruktur. Wir brauchen moderne Primärversorgungszentren mit multiprofessionellen Teams und gute Arbeitsbedingungen, um Ärzt:innen und Fachkräfte für den ländlichen Raum zu begeistern und zu halten. Ergänzend können digitale und telemedizinische Angebote die Primärversorgung stärken. Deshalb möchte ich mich für deren Ausbau einsetzen. Zudem ist es wichtig, dass beide Krankenhäuser im Landkreis erhalten bleiben und der Landkreis mit über 50 % beteiligt ist – so können vor Ort gute Lösungen gefunden werden.
Welche Maßnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten und zur Förderung der Gesundheit sind für Sie am wichtigsten und wie setzen Sie sich für eine Umsetzung dieser Maßnahmen in Ihrem Wahlkreis ein?
Prävention muss schon im Kindesalter ansetzen, z.B. durch mehr Bewegung und gesunde Ernährung in Kitas und Schulen. Gesundheit muss zudem über den Einzelnen hinausgedacht werden. Deshalb setze ich mich für gesundheitsfördernde Kommunen ein. Durch den Klimawandel werden die Sommer immer heißer. Das belastet und gefährdet vor allem Risikogruppen, wie ältere Menschen und Kinder. Aus diesem Grund unterstütze ich die Entwicklung von Hitzeaktionsplänen, die unter anderem mehr Bäume, kühle Orte und kostenloses Trinkwasser vorsehen. Parallel dazu mache ich mich für Quartiersarbeit stark, die Menschen generationsübergreifend zusammenbringt. Das stärkt den sozialen Zusammenhalt, beugt Einsamkeit vor und fördert die mentale Gesundheit. So können wir uns vorsorgend um eine gute Gesundheit kümmern.
Welche Herausforderungen gibt es Ihrer Meinung nach in der Pflege in Ihrem Wahlkreis und welche Maßnahmen sind erforderlich, um diese zu bewältigen?
Pflege braucht Herz, Zeit und engagierte Fachkräfte. Mir ist wichtig, dass Menschen in Würde altern können, mit Nähe, sozialem Kontakt und einem ganzheitlichen Blick auf ihr Leben. Auch in unserem Landkreis spüren wir den Mangel an Pflegekräften. Deshalb müssen wir Arbeitsbedingungen schaffen, die Wertschätzung spürbar machen und gleichzeitig die Zuwanderung von Fachkräften erleichtern. Viele Menschen wünschen sich, zu Hause gepflegt zu werden – das ist für Angehörige oft eine große Herausforderung. Ich setze mich für mehr flexible Pflegeangebote ein, die sich am tatsächlichen Bedarf der Menschen vor Ort orientieren. Hierzu zählen z.B. Kurzzeitpflegeplätze oder Pflege-WGs. So werden Angehörige unterstützt und entlastet – und Pflegebedürftigen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht.
Welche Gesundheitsthemen sind Ihnen im Hinblick auf die nächsten fünf Jahre besonders wichtig und warum?
Wir wollen, dass alle Menschen in unserem Land – ganz gleich, wo sie wohnen – auch in Zukunft in erreichbarer Nähe genau die medizinische Hilfe bekommen, die sie im entscheidenden Moment brauchen. Dafür muss die Krankenhausreform zielgerichtet so umgesetzt werden, dass auch zukünftig die stationäre Versorgung von akuten Notfällen in der Fläche sichergestellt ist. Zugleich geht es darum, für spezialisierte und planbare medizinische Eingriffe leistungsfähige Zentren zu etablieren. Wir brauchen ferner mehr Anreize für Ärztinnen und Ärzte, sich im ländlichen Raum niederzulassen – auch in digital vernetzten Praxen mit multiprofessionellen Teams. Und das Thema Gesundheits-Prävention liegt mir sehr am Herzen – denn hier liegen große Chancen für eine gute Gesundheit.
Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit der Gesundheitsversorgung in Ihrem Wahlkreis und wo sehen Sie den dringlichsten Bedarf etwas zu verbessern?
Baden-Württemberg verfügt unstreitig über schlankere Krankenhausstrukturen als alle anderen Bundesländer. Mit unseren beiden Klinikstandorten in Crailsheim und Schwäbisch Hall und mehreren Medizinischen Versorgungszentren (MVZs) haben wir eine sehr gute Gesundheitsversorgung vor Ort. Gleichzeitig ist es wichtig, dass wir die Finanzierung und hierbei sowohl die Kommunen als auch den Kreis in den Blick nehmen. Schließlich gilt es die Niederlassungsförderung über das Landarztprogramm und die Landarztquote sowie unsere Stipendien vor Ort für künftige Hausärzte fortzusetzen. Als Vorsitzende des Fördervereins der Kinder- und Jugendklinik am Diak SHA setze ich mich seit Jahren besonders für eine gute Versorgung der Kinder- und Jugendlichen im ganzen Kreis und darüber hinaus ein. So konnten wir vor kurzem zusammen mit dem Diak eine Retcam – ein Gerät zur Vermeidung von Blindheit bei Frühchen – einweihen. In Deutschland gibt es aktuell 16 Retcams – eine davon hier in unserem Landkreis Schwäbisch Hall.
Welche Maßnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten und zur Förderung der Gesundheit sind für Sie am wichtigsten und wie setzen Sie sich für eine Umsetzung dieser Maßnahmen in Ihrem Wahlkreis ein?
Auf Grund der guten medizinischen Versorgung und der generell hohen Lebensqualität verfügen die Menschen in Baden-Württemberg im Bundesvergleich über die höchste Lebenserwartung; gleichwohl können wir angesichts der eingesetzten Mittel insbesondere im europäischen Vergleich nicht zufrieden sein. In Bezug auf die Vermeidung von Krankheiten kommt der Prävention eine wichtige Rolle zu. Hier wollen wir die Gesundheitskompetenz der Menschen verbessern, z.B. durch Bildung, Ernährung, Bewegung, betrieblicher Gesundheitsförderung, Stärkung von Resilienz und gesunde Lebensverhältnisse. Kinder sollten schon in Kita und Schule den Wert von gesunder Ernährung und Spaß an der Bewegung kennenlernen. Hier setze ich mich z.B. durch die Arbeit in unserem beuteltigerstarken Förderverein in der Kinder- und Jugendklinik am Diak in SHA ein.
Welche Herausforderungen gibt es Ihrer Meinung nach in der Pflege in Ihrem Wahlkreis und welche Maßnahmen sind erforderlich, um diese zu bewältigen?
In Würde alt werden können – das liegt mir am Herzen. Dabei reichen die Herausforderungen z.B. von fehlenden stationären Angeboten, steigenden Beiträgen, hohen Eigenanteilen über die Belastung von pflegenden Angehörigen bis hin zu mangelnder Wertschätzung für den wichtigen Pflegeberuf. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Pflegenden unterstützen, z.B. durch einen schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse, flexiblen Pflegeangeboten, durch eine bessere Unterstützung von pflegenden Familienangehörigen und besonders durch eine Stärkung der häuslichen Pflege, denn über 85% der Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt. Deshalb haben wir als Frauen Union auch unseren Landesdelegiertentag dem Thema Pflege und Gesundheit gewidmet. Auf Landesebene müssen wir alles tun, um z.B. Bürokratie im Heimrecht und bei Bauvorschriften abzubauen.
Welche Gesundheitsthemen sind Ihnen im Hinblick auf die nächsten fünf Jahre besonders wichtig und warum?
Wir brauchen wieder mehr Ärzt:innen in der Patientenversorgung. Dazu werden wir zusätzliche 500 Studienplätze schaffen und die Weiterbildung verbessern. Die Kassenärztliche Vereinigung muss ihren Sicherstellungsauftrag erfüllen; ihren Rückzug bei den Notfallpraxen wollen wir umkehren. Als Land wollen wir mit Gründung einer Versorgungsstiftung mehr Einfluss darauf nehmen. Alle Menschen sollen einen Hausarzt haben. Gemeinsam mit allen Verantwortlichen gestalten wir eine Krankenhausplanung, die die ungesteuerten Schließungen stoppt, eine Erreichbarkeit in 30 Fahrminuten sicherstellt und dabei auch die sektorenübergreifende Versorgung stärkt. Die Investitionsmittel für die Kliniken erhöhen wir deutlich. Bei der psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung wollen wir die Wartezeiten verkürzen.
Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit der Gesundheitsversorgung in Ihrem Wahlkreis und wo sehen Sie den dringlichsten Bedarf etwas zu verbessern?
Noch haben wir mit unserer Krankenhauslandschaft und de Medizinischen Versorgungszentren, die beide in Lankreishand liegen, eine gute Gesundheitsversorgung mit Landkreis Schwäbisch Hall. Ich betrachte allerdings mit Sorge, dass in einem Flächenlandkreis wie dem unseren zunehmend die örtliche Hausauarztversorgung entällt bzw. nur mit großem Aufwand (Stichwort Ärztehäuser und ähnliches) durch die Kommunen gehalten werden kann. Hier sehe ich dringenden Handlungsbedarf, auch und gerade bei der Unterstützung der Gemeindehaushalte um entsprechende Kosten für eine adäquate ärztliche Versorgung auch vor Ort aufrecht zu erhalten. Selbiges gilt natürlich auch für die medizinische Versorgung, die aktuell in Lankreishand liegt. Die dauerhafte und auskömmliche Finanzierung beider Landkreiskrankenhäuser muss gesichert sein!
Welche Maßnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten und zur Förderung der Gesundheit sind für Sie am wichtigsten und wie setzen Sie sich für eine Umsetzung dieser Maßnahmen in Ihrem Wahlkreis ein?
Alle Menschen können selbst sehr viel für ihre Gesundheit tun. Viele wissen nur nicht wie. Deshalb brauchen wir mehr gesundheitsfördernde Maßnahmen in den Kitas, in den Schulen, in Vereinen, im Betrieb, in offenen Angeboten oder bei alten Menschen auch durch Hausbesuche. Ich setze mich dafür ein, dass solche Angebote gefördert werden – sowohl von den Kassen als auch von den Kommunen, dem Land, dem Bund und den Arbeitgebern – und dass sie in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen. Der öffentliche Gesundheitsdienst soll darauf – mit mehr Personal – neu ausgerichtet werden. Angebote der Suchtprävention und der Suchthilfe müssen bedarfsgerecht ausgebaut und finanziert werden. Und die Teilnahme an Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen sowie an Impfungen ist durchaus ausbaufähig.
Welche Herausforderungen gibt es Ihrer Meinung nach in der Pflege in Ihrem Wahlkreis und welche Maßnahmen sind erforderlich, um diese zu bewältigen?
Zuerst einmal werden wir Pflegebedürftige auch mit mehr ambulanten Hilfen dabei unterstützen, so lange wie möglich in der Wohnsituation zu bleiben, die sie sich wünschen. Wir werden vor allem die pflegenden Angehörigen besser unterstützen und ein Pflegegehalt für diejenigen einführen, die ihre Erwerbstätigkeit aufgrund der Pflege reduzieren oder aufgeben müssen. Bedarfsgerechte und ausreichende Pflegeangebote zum Beispiel in der Tages- oder Kurzzeitpflege werden wir mit einer besseren und verbindlichen Pflegeplanung erhalten. Die Eigenbeteiligung im Pflegeheim ist bei uns mit häufig mehr als 3 500 Euro monatlich eindeutig zu hoch. Das liegt daran, dass sich wir im Gegensatz zu anderen Bundesländern weder die Investitionskosten noch die Ausbildungskosten bezuschussen. Das muss sich ändern.
Welche Gesundheitsthemen sind Ihnen im Hinblick auf die nächsten fünf Jahre besonders wichtig und warum?
Die Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung steht für mich an erster Stelle. Dazu gehören Ärztinnen und Ärzte ebenso wie Zahnärzte, Apotheken, Heilmittelerbringer, Geburtshilfe und unsere Krankenhäuser. Die Klinikfinanzierung des Bundes benachteiligt Baden-Württemberg massiv – hier braucht es dringend eine gerechtere Verteilung und eine aktivere Rolle des Landes in der Krankenhausplanung. Ziel ist eine nachhaltige Sicherung der Klinikstandorte, insbesondere in ländlichen Regionen wie dem Landkreis Schwäbisch Hall. Wir Freie Demokraten setzen uns für die Stärkung der Freiberuflichkeit der Ärztinnen und Ärzte ein und wollen die Attraktivität der Gesundheitsberufe durch Bürokratieabbau und moderne Arbeitsbedingungen erhöhen. Ärztinnen und Ärzte sollen ihre Zeit für die Patientinnen und Patienten einsetzen können – nicht für Formularwesen.
Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit der Gesundheitsversorgung in Ihrem Wahlkreis und wo sehen Sie den dringlichsten Bedarf etwas zu verbessern?
Wir brauchen neue sektorenübergreifende Versorgungsformen, die ambulante und stationäre Versorgung sinnvoll verbinden. Dafür soll eine Gesundheitsleitstelle eingerichtet werden, die mithilfe der Digitalisierung flexible und patientenorientierte Steuerung ermöglicht. Telemedizin und digitale Anwendungen gehören fest in die Regelversorgung integriert. Wir wollen regionale Strukturgespräche stärken und den Weg in die freiberufliche Niederlassung wieder attraktiver und einfacher machen.
Welche Maßnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten und zur Förderung der Gesundheit sind für Sie am wichtigsten und wie setzen Sie sich für eine Umsetzung dieser Maßnahmen in Ihrem Wahlkreis ein?
Gesundheit beginnt im Alltag. Vorbeugung statt Behandlung muss stärker in den Mittelpunkt rücken. Die Hauptfaktoren – Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen und Stress – können durch Aufklärung, Vorbildfunktion in den Familien und eine praxisorientierte Gesundheitsbildung in den Schulen effektiv angegangen werden. Wir setzen uns für die Stärkung der Hauswirtschaft als Unterrichtsfach ein, um Ernährungswissen zu fördern, und unterstützen Sportvereine, die bei Kindern und Jugendlichen Begeisterung für Bewegung und Vitalität wecken. Auch in der Arbeitswelt wollen wir die Betriebliche Gesundheitsförderung ausbauen – gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das Fundament einer starken Wirtschaft.
Welche Herausforderungen gibt es Ihrer Meinung nach in der Pflege in Ihrem Wahlkreis und welche Maßnahmen sind erforderlich, um diese zu bewältigen?
Die Pflege steht im Wahlkreis Schwäbisch Hall vor großen Herausforderungen. Die aktuelle Landesheimbauverordnung hat zu hohen Umbaukosten und einem Verlust von Pflegeplätzen geführt – das muss sich ändern. Wir brauchen mehr Kurzzeitpflegeplätze, weniger Bürokratie und eine Vertrauenskultur statt Misstrauenskultur in der Aufsicht. Doppelprüfungen von Heimaufsicht und Medizinischem Dienst sollten harmonisiert werden. Wir setzen uns ein für:
- ein Impulsprogramm Pflege und den Ausbau einer „24-Stunden-Betreuung“ nach österreichischem Vorbild,
- die Stärkung der Prävention, damit ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt leben können,
- bessere Rahmenbedingungen für Pflegekräfte und neue Gesundheitsberufe.